Die Betonzeitschiene

Die Betonzeitschiene wurde 2004 auf dem ehemaligen Gelände des einzigen stationären Plattenwerkes von Dresden im Stadtteil Johannstadt errichtet. Sie ist ein im Freien befindliches und frei zugängliches micromuseum® für die industrielle Modulbauweise Plattenbau sowie für Stadtgeschichte und Wohnen.

Lediglich als temporäres Projekt angelegt, konnte die Betonzeitschiene schon nach kurzer Zeit großes öffentliches Interesse und internationale Beachtung erzielen. Deshalb ist die Beräumung der eigentlichen Fläche nicht auch das Ende der Betonzeitschiene, sondern nur ihrer ersten Phase. Momentan entwickeln wird gemeinsam mit dem Stadtplaungsamt das Projekt als dauerhafte Installation im öffentlichen Raum weiter und die Fragmente und Ausstellungsstücke sind auf einem benachbarten Grundstück zwischengelagert.

Deshalb kann man zur Zeit die Betonzeitschiene leider nur nach Absprache besichtigen. Bei Interesse können dafür gern auch Termine vereinbart werden. Der Betonzeitschiene e.V. bietet außerdem Führungen im Rahmen bestimmter Veranstaltungen, z.B. zum Architektursommer 2009 an.

Der Betonzeitschiene e.V.

Ein Bericht des "Dresden Fernsehen" zum Umzug der Betonzeitschiene.

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Beitrag zur Stadtidentität

Das Land- bzw. Environment Art Projekt ist sowohl Ort der lokalen Identitätsbildung wie Stadterneuerung.

Auf einem Pfad aus Betonplatten und Informationsstelen kann sich der Besucher durch das micromuseum® - immer mit Blick auf den Makrokontext, die Johannstädter Plattenbauten - durch die Geschichte bewegen, entlang recycelter Originalexponate aus dem ehemaligen Betonwerk.

Dabei erzählt die Betonzeitschiene auf poetische Weise von der wechselvollen Geschichte der Stadt Dresden und des Stadtteils Johannstadt sowie von Architektur und technischer Realisierung des industriellen Plattenbaus sowie vom Wohnalltag vieler Menschen. Dabei werden philosophisch poetisch viele faszinierende Zusammenhänge wie urbaner Wandel, Platzbedarf, Naturisierung und Kultivierung aufgezeigt. Frei von positiver wie negativer Verklärung soll eine sachliche Diskussion zum weltweiten Phänomen des industriellen Wohnungsbaus in Modulbauweise ermöglicht werden.

Auf diese Weise trägt die Betonzeitschiene in Dresden zu einem selbstbewussten Umgang mit dem eigenen baulichen Erbe bei. Sie schafft in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für die Vielfalt der Dresdner Stadt- bzw. Architekturlandschaft und bietet damit die Chance für eine Wahrnehmung der Vielfalt unterschiedlicher Bauformen und urbaner Landschaften in der Stadt. Damit wird das barocke Dresdner Image positiv ergänzt.

Die Johannstadt ist ein stadtgeschichtlich junger und inhomogener Stadtteil, bestehend aus einer reizvollen Mischung aus Gründerzeit, Plattenbau, Nachwendebauten, Freiflächen und Brachen, mit einem erhöhten Altersdurchschnitt der Bevölkerung und einem relativ hohem Anteil in jüngerer Zeit zugegezogener Menschen anderer Nationalitäten. Da die Betonzeitschiene viele lokale stadtgeschichtliche und städtebaulich relevante Themen miteinander verbindet, trägt sie zur gemeinsamen Identifizierung der vielschichtigen Bevölkerung mit Ihrem Stadtteil bei und kann in starkem Maße zu einem positiven Image des innenstadtnahen Stadtteiles Dresden-Johannstadt beitragen.